Beschlussvorlage - BV/12388/26
Grunddaten
- Betreff:
-
Masterplan IGS Kreideberg
- Status:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Beschlussorgan:
- RAT
- Bearbeitung:
- Maja Lucht
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | PA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung
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Vorberatung
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20.04.2026
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Bereit
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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●
Geplant
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Rat der Hansestadt Lüneburg
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Entscheidung
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23.04.2026
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Beschlussvorschlag
- Auf Grundlage des vorgestellten Masterplans für den Standort IGS Kreideberg wird die Verwaltung beauftragt, die Variante 2 „Neubau einer Campus-Schule“ (Errichtung eines neuen Schulcampus für die IGS auf dem heutigen Sportplatz mit anschließendem Rückbau des Bestandsgebäudes) weiterzuverfolgen. Die Verwaltung wird beauftragt, hierfür ein konkretisiertes Raumprogramm zu erarbeiten, die planerischen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen zu vertiefen, erste Planungsleistungen einzuleiten sowie die Abstimmungen mit dem Landkreis Lüneburg (Kreisschulbaukasse) sowie weiteren Zuwendungsgebern aufzunehmen. Dabei sind Synergieeffekte zwischen dem Schulstandort Grundschule und IGS zu prüfen.
- Die für die weiteren Planungsschritte sowie die spätere Umsetzung erforderlichen Haushaltsmittel sind im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung und Finanzplanung zur Beratung einzubringen.
Sachverhalt
1. Ausgangslage und zentrale Zielsetzung: Standortsicherung der IGS Kreideberg
Zentrales Ziel aller Überlegungen ist die dauerhafte Sicherung und qualitative Weiterentwicklung des Schulstandortes der IGS Kreideberg.
Der bestehende Gebäudekomplex entstand überwiegend in den 1970er Jahren und ist
- baulich sanierungsbedürftig, trotz einer in der Vergangenheit durchgeführten Schadstoffsanierung,
- strukturell nicht auf eine voll ausgebaute IGS mit gymnasialer Oberstufe ausgelegt,
- in seiner statischen und brandschutztechnischen Struktur nur begrenzt erweiterungsfähig und
- bereits heute räumlich nicht ausreichend. Es fehlen insbesondere Unterrichtsräume, Differenzierungs- und Selbstlernflächen, ausreichend dimensionierte Sanitäranlagen, Mensaplätze, Lehrkräftearbeitsplätze, Sporthallenkapazitäten, Jahrgangsflächen sowie Flächen für den Ganztagsbetrieb,
- nicht barrierefrei, so dass Schüler:innen mit mobilen Einschränkungen von manchen Raumnutzungen ausgeschlossen sind.
Zur Beseitigung der räumlichen Defizite wären neben der umfassenden Sanierung mehrere Erweiterungsbauten erforderlich. Eine Aufstockung des Bestandsgebäudes um ein weiteres Geschoss ist aus statischen Gründen nicht möglich.
Im Bestandsgebäude besteht ein erheblicher baulicher und technischer Handlungsbedarf, der überwiegend baualtersbedingt ist. Die haustechnischen Anlagen sind über 50 Jahre alt. Die Elektroverteilung ist entsprechend veraltet und muss in den kommenden Jahren vollständig erneuert werden. Ähnliches gilt für Heizungsanlagen und Wasserleitungen.
Eine weitere große Herausforderung des Gebäudebestandes ist die komplexe innere Erschließung mit zahlreichen Höhenversprüngen. Für eine barrierefreie Erschließung der Geschosse wären mehrere Aufzüge erforderlich. Bestimmte Gebäudebereiche – etwa Räume unterhalb der Aula wie Bibliothek oder Fachräume im südlichen Teil – können aufgrund ihrer Lage im Untergeschoss mit Zwischengeschossen gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand erschlossen werden. Hinzu kommen weitere Höhenunterschiede im Mitteltrakt, die eine vollständige Barrierefreiheit nur durch tiefgreifende Umbaumaßnahmen ermöglichen würden.
Die vorhandenen Geschossdecken erfüllen nicht die heutigen Brandschutzanforderungen. Eine Verstärkung der Decken würde zu einer Reduzierung der Raumhöhen führen. Alternativ könnten um die gesamte Gebäudestruktur herum Laubengänge geschaffen werden, um zusätzliche Flucht- und Rettungswege zu schaffen.
Durch die umfassenden Sanierungsarbeiten greift die Verpflichtung zur energetischen Sanierung. Dies würde in dem Fall die gesamte Gebäudeaußenhülle betreffen.
In dieser Gesamtbetrachtung stellt die Situation am Standort IGS Kreideberg eine Besonderheit unter den Schulliegenschaften der Hansestadt dar. Es handelt sich im Rahmen des Bildungspakts um das umfassendste und auch finanziell erheblichste Projekt.
Bei anderen Schulen (Beispiel Wilhelm-Raabe-Schule, Heiligengeistschule) konnten Sanierungen bereits abschnittsweise erfolgen oder werden im Zusammenhang mit Um- und Erweiterungsmaßnahmen mit umgesetzt. Am Standort IGS Kreideberg kumulieren dagegen bauliche, technische, funktionale und pädagogische Defizite in besonderem Maße.
Dieser umfassende Handlungsbedarf hat dazu geführt, dass neben einer Sanierung des Bestandes auch die Alternative eines Neubaus betrachtet wurde. Eine besondere standörtliche Chance besteht darin, dass durch den benachbarten Sportplatz grundsätzlich ein ausreichend großes Baufeld für eine neue Campuslösung zur Verfügung steht.
Im Rahmen der Überlegungen wurden nicht nur bauliche Aspekte, sondern auch die Potenziale zur Umsetzung des pädagogischen Konzepts bewertet. Die IGS Kreideberg hat in ihrer noch jungen Entwicklung bereits ein zukunftsfähiges Schulkonzept entwickelt, in dessen Mittelpunkt die Schülerinnen und Schüler stehen. Zugleich soll die Schule als Lebensraum verstanden und eng mit dem Quartier verknüpft werden. Die Kooperation mit dem Stadtteilhaus und die enge Verbindung zur benachbarten Grundschule sind hierfür beispielhaft.
Das auf die strategische Entwicklung von Schul- und Kitastandorten spezialisierte Büro Living Circles, Schwäbisch Gmünd, hat in einem ersten Analysebericht das Potenzial eines Neubaus im Vergleich zum bestehenden Gebäudebestand aus pädagogischer Sicht eingeschätzt. Der Analysebericht ist als Anlage beigefügt.
Im Ergebnis bleibt festzustellen, dass eine bloße Sanierung im Bestand die strukturellen Defizite nicht nachhaltig beheben würde. Es wurde daher weiter untersucht, ob eine Bestandssanierung mit zusätzlichen Erweiterungsbauten oder alternativ der Neubau eines zukunftsfähigen Lerncampus sinnvoll und wirtschaftlich ist unter Berücksichtigung des fortlaufenden Schulbetriebs und einer langfristigen Standortsicherung.
2. bisherige Investitionen in den Standort
In den vergangenen 5 – 10 Jahren wurde in den Standort investiert. Diese Maßnahmen dienten jedoch überwiegend:
- der Sicherstellung eines geordneten und sicheren Schulbetriebs,
- der temporären Schaffung zusätzlicher Flächen,
- der Verbesserung der digitalen Infrastruktur sowie
- der optischen Verbesserung der Klassenräume.
Hierzu zählen insbesondere der Holzmodulbau, zusätzliche Unterrichtscontainer, der Spülcontainer zur Entlastung der Mensa sowie Maßnahmen aus dem Digitalpakt und diverse Malerarbeiten. Diese Investitionen waren sachgerecht und notwendig, ersetzen aber keine grundlegende bauliche und funktionale Neuordnung des Schulstandortes. Sie dienten vorrangig der Aufrechterhaltung des Betriebs und der kurzfristigen Handlungsfähigkeit. Strukturelle Defizite des Bestands – insbesondere hinsichtlich Raumorganisation, technischer Infrastruktur, Barrierefreiheit, Brandschutz, Mensakapazitäten und pädagogischer Nutzbarkeit – konnten hierdurch nicht behoben werden.
Soweit möglich, sollen vorhandene und werthaltige Ausstattungen (insbesondere aus dem DigitalPakt) auch in einer künftigen Lösung weitergenutzt werden.
3. Umsetzung eines bestehenden Ratsbeschlusses: Gymnasiale Oberstufe
Mit Beschluss vom 20.06.2024 (VO 11119/24-1) hat der Rat die Verwaltung beauftragt, die Beantragung der Errichtung einer gymnasialen Oberstufe an der IGS Kreideberg einzuleiten.
Bereits in der ursprünglichen Konzeption der IGS war eine Oberstufe perspektivisch vorgesehen. Die Errichtung setzt gemäß § 106 NSchG i. V. m. § 6 SchOrgVO eine langfristig tragfähige Schülerzahlprognose für zehn Jahre voraus. Diese wurde auf Grundlage der Leistungsdaten und Übergangsprognosen als gegeben angesehen.
Am 10.01.2025 hat das Regionale Landesamt für Schule und Bildung Lüneburg die gymnasiale Oberstufe an der IGS Kreideberg ab dem Schuljahr 2025/2026 genehmigt.
Mit der Einführung der Oberstufe entstehen weitere Raumbedarfe. Ein Teil davon wird durch den Neubau des Oberstufenzentrums gedeckt. Insbesondere in Bezug auf Fachunterrichtsräume oder auch auf die gesamte Infrastruktur wie Mensaplätze oder Arbeitsplätze für Lehrkräfte sowie ein bedarfsgerechtes Selbstlernzentrum ist der Erweiterungsbau jedoch noch nicht bedarfsdeckend.
4. Entwicklung der Schülerzahlen und Raumkonzept
Die Schülerzahlen zeigen:
- von Beginn des Schulbetriebs an steigende Schülerzahlen,
- aktuell 878 Schülerinnen und Schüler in den Jahrgängen 5 bis 11 im Schuljahr 2025/2026,
- einen deutlichen Anstieg der Schülerzahlen und damit auch des Personalbedarfs,
- steigende Anwahlquoten, insbesondere seit Einführung der gymnasialen Oberstufe (Platzvergabe im Losverfahren im Schuljahr 2025/26),
- eine hohe Akzeptanz der IGS in der Elternschaft.
Die Schule geht davon aus, dass dauerhaft mindestens drei Lerngruppen pro Oberstufenjahrgang gebildet werden können. Dies wird in den Schuljahren 2025/2026 und 2026/2027 bereits erreicht.
Die Leistungsübersichten zeigen zudem:
- wachsende E-Kurs-Anteile (E-Kurs = erhöhtes Leistungsniveau; früher Leistungskurs),
- steigende Quote potenzieller ESA I-Abschlüsse (ESA = erw. Sek.Abschluss I),
- hohe gymnasiale Übergangsperspektiven.
Damit ist die Oberstufe nicht nur politischer Wille, sondern auch pädagogisch und quantitativ begründet.
Ohne bauliche Erweiterung würde der Standort dauerhaft unterdimensioniert bleiben, pädagogisch nur eingeschränkt arbeiten können und keine nachhaltige Oberstufenstruktur ausbilden.
Die Schule hat ein detailliertes Raumkonzept erarbeitet. Dieses basiert auf:
- fünfzügiger Sekundarstufe I,
- perspektivisch vierzügiger Sekundarstufe II,
- rund 39 Klassen (5 Klassen im Sek I und derzeit 3 Klassen im Sek II)
- ca. 1.200 Schülerinnen und Schülern,
- rund 100 Lehrkräften plus pädagogischem Personal und Verwaltungspersonal.
Das Schul-Konzept formuliert u. a. folgende Anforderungen:
- jahrgangsbezogene Cluster,
- Differenzierungsinseln,
- Gruppenräume,
- Selbstlernzentrum (Umbau Mediathek),
- moderne NaWi-, Kunst-, Musik- und Werkräume,
- Räume für Inklusion und Fördermaterial,
- Erweiterung der Verwaltung,
- deutliche Vergrößerung des Lehrerzimmers,
- zusätzliche Lehrerarbeitsplätze,
- Ausbau der Mensa,
- räumliche Voraussetzungen für Verkursungen ab Jahrgangsstufe 7.
Dieses Raumkonzept ist integraler Bestandteil der Umsetzung der gymnasialen Oberstufe. Es lässt sich im bestehenden Gebäude in dieser Qualität nicht abbilden.
Die heutige Gebäudestruktur verhindert eine zeitgemäße pädagogische Raumorganisation. Eine Anpassung im Bestand wäre nur mit erheblichen Umbauten und gleichwohl verbleibenden funktionalen Kompromissen möglich.
Hinzu kommen die infrastrukturellen Bedarfe an Sanitärräumen und Plätze für die Mittagsversorgung.
5. Variantenvergleich
Der durch die Verwaltung erarbeitete Masterplan stellt zwei Varianten gegenüber:
Variante 1: Sanierung im Bestand mit Teil-Neubauten
- Kosten: ca. 104 Mio. € (Stand März 2026), detaillierte Aufteilung siehe Anlage
- Voraussichtliche Bauzeit: 2027 bis 2044 (erst Schaffung von Ausweichflächen und anschließend Sanierung in vielen Teilabschnitten)
- Sanierung im laufenden Betrieb (Lärm ist dabei unvermeidbar)
- umfangreiche Interimslösungen über einen Zeitraum von rund 17 Jahren
- erhebliche organisatorische und pädagogische Belastungen während der Bauzeit
- Eingriffe in den Bestand nur mit umfangreichen brandschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen
- kein vollständiger Neubaustandard
- funktionale Kompromisse auch nach Fertigstellung
- Erhalt der grauen (gebundenen) Energie des Bestands, zugleich jedoch zusätzlicher Ressourcen- und Energieeinsatz für Entkernung, Sanierung und langjährige Interimslösungen
- energetisch nur begrenzt optimierbar; im Wesentlichen Erfüllung der Mindestanforderungen (GEG-Standard), höhere Standards nur in Teilbereichen bzw. Neubauanteilen möglich
- Teilneubauten zur Deckung der Raumkapazitäten weiterhin erforderlich (ggf. zusätzlich dauerhafte Außenstelle an der Grundschule)
Variante 2: Neubau Campus-Schule
- Kosten: ca. 98 Mio. € (Stand März 2026), detaillierte Aufteilung siehe Anlage
- Voraussichtliche Bauzeit: 2027 bis 2038
- Neubau weitgehend außerhalb des laufenden Schulbetriebs
- vollständiger Neubaustandard
- energetische Optimierung auf hohem Standard, etwa im Bereich KfW 40 mit QNG (Qualitätssiegel nachhaltiges Bauen)
- klare Bauabschnitte und besser steuerbarer Projektablauf
- nachhaltige Campusstruktur
Der Neubau ermöglicht darüber hinaus
- die bedarfsgerechte Umsetzung des Raumkonzeptes,
- eine klare Gliederung in Sekundarstufen- und Oberstufenbereiche,
- moderne Lernlandschaften,
- vollständige Barrierefreiheit,
- bessere Voraussetzungen für eine klima- und ressourcenschonende Gesamtbilanz über den Lebenszyklus,
- eine energieeffiziente Bauweise mit günstigeren Lebenszykluskosten.
6. Auswirkungen auf den laufenden Schulbetrieb
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal beider Varianten liegt in den Auswirkungen auf den laufenden Schulbetrieb:
Bei Variante 1 müsste die Sanierung über viele Jahre abschnittsweise im Bestand erfolgen. Dies hätte wiederkehrende Umzüge innerhalb des Standorts, Containerlösungen, Einschränkungen bei Unterrichts-, Aufenthalts- und Sportflächen sowie zusätzliche Anforderungen an die schulische Organisation zur Folge. Der Schulbetrieb wäre über einen langen Zeitraum durch Baustellenbetrieb, Provisorien und eingeschränkte räumliche Qualität belastet.
Bei Variante 2 kann der Schulbetrieb demgegenüber grundsätzlich im vorhandenen Gebäudebestand fortgeführt werden, während der Neubau auf separatem Baufeld entsteht. Dies schafft deutlich bessere Voraussetzungen für einen geordneten Schulalltag während der Bauzeit und reduziert die Belastungen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern erheblich.
7. Sportflächen
Der Campus-Neubau kann auf dem heutigen Sportplatz errichtet werden. Der Sportplatz entfällt damit zunächst teilweise und später vollständig. Der Schulsport für Grundschule und IGS kann z.T. auf andere Flächen ausweichen. Der Bolzplatz an der Grundschule sowie die Sporthalle bleiben vor Ort erhalten. Der derzeitige Vereinssport (Frisbee-Sport) auf dem jetzigen Schulsportplatz ist verlagerbar. Im Campuskonzept ist die Neuanlage eines Sportplatzes nach Rückbau des Altbaus auf dem Standort der heutigen Schule vorgesehen.
Auch bei Variante 1 würde der Sportplatz in Teilen als Baufeld für Interimsbauten über ca. 17 Jahre benötigt und wäre damit über einen langen Zeitraum nur als Teilfläche nutzbar. Nach Abschluss der Maßnahme und Rückbau der Interimsbauten wäre eine Wiederherstellung bzw. Sanierung des Platzes erforderlich.
8. Finanzielle und ökologische Aspekte
Die Maßnahme steht im Einklang mit dem Bildungspakt der Hansestadt Lüneburg, wonach Investitionen in Bildung prioritär behandelt werden.
Das Vorhaben ist grundsätzlich über die Kreisschulbaukasse förderfähig. Entsprechende Abstimmungen mit dem Landkreis sind aufzunehmen, auch bezgl. des Raumprogrammes. Darüber hinaus sind bei einem klimafreundlichen Neubau weitere Fördermöglichkeiten, insbesondere KfW-Programme und gegebenenfalls weitere Zuschüsse, zu prüfen.
Aus finanzieller Sicht ist hervorzuheben, dass der Campus-Neubau bereits in der ersten Betrachtung rund 6 Mio. € günstiger ist als die Sanierung mit Erweiterungsbauten. Hinzu kommt, dass Bauvorhaben im Bestand regelmäßig mit erhöhten Unsicherheiten verbunden sind und die Risiken in der Regel höher sind als bei einem Neubau auf freiem Baufeld.
Auch aus ökologischer Sicht ist eine differenzierte Bewertung erforderlich. Der Erhalt des Bestands bewahrt zwar die dort gebundene graue Energie. Dieser Vorteil wird jedoch durch den hohen Eingriffsaufwand, langjährige Interimslösungen, begrenzte energetische Optimierungsmöglichkeiten und den über viele Jahre verlängerten Übergangszustand relativiert. Der Neubau verursacht demgegenüber höhere Anfangsaufwendungen, eröffnet aber deutlich bessere Voraussetzungen für eine optimierte Energieeffizienz, den gezielten Einsatz nachhaltiger Baustoffe, klimaangepasste Freiraumgestaltung, Begrünungsmaßnahmen sowie geringere Betriebs- und Lebenszykluskosten.
9. Gesamtabwägung zu Sanierung versus Neubau
Die Entscheidung für die Campus-Variante ist aus Sicht der Verwaltung:
- baulich nachhaltig,
- wirtschaftlich sinnvoll bzgl. der Investitionskosten und der Lebenszykluskosten,
- pädagogisch zielführend,
- strategisch standortsichernd,
- und erforderlich zur Umsetzung des Ratsbeschlusses zur gymnasialen Oberstufe.
Ohne Neubau bliebe die Umsetzung der gymnasialen Oberstufe strukturell unvollständig und dauerhaft kompromissbehaftet.
Der Neubau ermöglicht eine moderne, leistungsfähige und inklusive Schulstruktur für die kommenden Jahrzehnte.
Die Möglichkeit, an diesem Standort einen Neubau als Ersatzbau zu realisieren, stellt eine seltene und strategisch bedeutsame Chance dar.
Die Sanierung im Bestand hätte demgegenüber zur Folge
- sehr lange Bauzeit, da verschiedene Interimslösungen für jeweils jeden Sanierungsabschnitt benötigt würden und der Bau im Betrieb zwangsweise mit einer erhöhten Rücksichtnahme auf dem laufenden Betrieb verbunden ist.
- erhebliche Belastung für den laufenden Schulbetrieb,
- Notwendigkeit umfangreicher Interimslösungen (Container, Auslagerungen) mit zusätzlichen Kosten ohne langfristigen Mehrwert,
- hohe Komplexität und Baupreisrisiken durch Arbeiten im Bestand.
- Brandschutz- und statische Einschränkungen, die nur mit aufwendigen Kompensationsmaßnahmen lösbar sind,
- funktionale Kompromisse – kein vollständig moderner Neubaustandard
- begrenzte Umsetzung des pädagogischen Raumkonzeptes (Cluster, Differenzierungsflächen etc.),
- eingeschränkte Flexibilität für die gymnasiale Oberstufe,
- energetisch nicht optimal – schlechtere Lebenszyklusbilanz als ein klimafreundlicher Neubau,
- Neubau kostengünstiger als umfassende Sanierung mit Erweiterungsbauten
Aus diesen Gründen empfiehlt die Verwaltung, die Variante 2 „Neubau einer Campus-Schule“ weiterzuverfolgen. Dabei sind Synergieeffekte zwischen dem Schulstandort Grundschule und IGS zu prüfen.
Klima und Nachhaltigkeit
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Ziel |
Unterziel |
Bewertung |
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Klimaschutz |
++ |
+ |
- |
-- |
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Reduzierung der CO2-Emissionen z.B. durch Senkung des Energieverbrauchs oder Erhöhung der Energieeffizienz |
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+ |
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Effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen und Rohstoffen (z.B. Einsatz von recycelfähigen Baustof-fen, Berücksichtigung von Lebenszykluskosten) |
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+ |
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Klimaanpassung |
++ |
+ |
- |
-- |
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Förderung des Stadtgrüns (z.B. Dach-/Fassaden-begrünung; Schutz von Baumstandorten, Neuan-pflanzungen) |
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+ |
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Förderung des Hitzeschutzes |
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+ |
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Verringerung der Auswirkungen von Starkregen-ereignissen (z.B. Verringerung der Bodenversiege-lung) |
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+ |
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Nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, insb. Reduzierung des (Trink-) Wasserverbrauchs |
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+ |
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Nachhaltige Städte und Gemeinden |
++ |
+ |
- |
-- |
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|
Förderung klimafreundlicher Bauvorhaben |
|
+ |
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Sporteinrichtungen, gemeinnützige Einrichtungen, öffentliche (Frei-) Räume mit Erholungsmöglichkeiten |
|
+ |
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|
Hochwertige Bildung |
++ |
+ |
- |
-- |
|
|
|
Angebot von Bildungseinrichtungen, die kinder-, behinderten- und geschlechtergerecht sind |
++ |
|
|
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Verbreitung von Informationen/Schaffung von Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise (Klimaschutz, Klimaanpassung, Ernährung usw.) |
|
+ |
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|
|
(++) deutlich positive Auswirkung, (+) positive Auswirkung, (-) negative Auswirkung, (--) erheblich negative Auswirkung
Finanzielle und personelle Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen: ja
Pflichtaufgabe mit Gestaltungsspielraum
Ausgaben / Einnahmen:
|
Zur Umsetzung der Maßnahme |
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Aktuelles HH-Jahr |
HH-Jahr + 1 |
HH-Jahr + 2 |
HH-Jahr + 3 |
HH-Jahr + 4 |
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Auszahlungen/ Aufwendungen |
Investiv |
HH-Plan |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
Lt. Vorlage |
0 |
Ca. 300.000 |
Ca. 500.000 |
Ca. 2,5 Mio. |
Ca. 5 Mio. |
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Ergebnis-haushalt |
HH-Plan |
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Lt. Vorlage |
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Folgekosten (ERGHH) |
Sachaufwand |
HH-Plan |
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Lt. Vorlage |
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Personal-aufwand |
HH-Plan |
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Lt. Vorlage |
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Einzahlungen/ Erträge |
Investiv |
HH-Plan |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
Lt. Vorlage |
0 |
N.N. |
N.N. |
N.N. |
N.N. |
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Ergebnis-haushalt |
HH-Plan |
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Lt. Vorlage |
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Finanzielle Mittel sind haushaltsrechtlich gesichert: nein
Beschlussfassung vorbehaltlich der kommenden HH-Planung: Grundsatzbeschluss möglich für weitere Planungen, Umsetzung bedarf HH-Mitteleinstellung in Haushaltsjahren 2027 ff
Prüfung möglicher Drittmittel ist erfolgt: nein
Eine vertiefte Prüfung möglicher Drittmittel und Förderzugänge ist Gegenstand der nächsten Planungsphase.
Personelle Auswirkungen / Auswirkungen auf Stellenplan: nein
Unabhängig von der Grundsatzentscheidung zum Vorgehen beim Schulstandort IGS Kreideberg ist im weiteren Verlauf zu prüfen, ob im Laufe des Bildungspakts zusätzliche personelle Kapazitäten für die Umsetzung geschaffen werden müssen.
Anlagen
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