21.05.2026 - 15 Umgestaltung des Marienplatzes

Beschluss:
abgelehnt
Reduzieren

Beschluss:

 

Der Rat der Hansestadt Lüneburg fasst lehnt mehrheitlich folgenden Beschluss ab:

 

Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage der vorhandenen visuellen Darstellungsvarianten, der Stellungnahmen vom „Arbeitskreis Lüneburger Altstadt e.V.“ und „Forum Baukultur Lüneburg e.V.“, sowie den Ergebnissen aus dem interfraktionellen Arbeitstreffen die weiterführende Entwurfs- und Ausführungsplanung vom Planungsbüro LILASp ausarbeiten zu lassen und in der Folge die Umgestaltung des Marienplatzes baulich umzusetzen.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, das Verfahren zur (Teil-)Einziehung des Marienplatzes als öffentlichen Parkplatz einzuleiten.

Reduzieren

Abstimmungsergebnis: ohne Auszählung abgelehnt

 

Auf eine Ermittlung des genauen Stimmverhältnisses wird gem. § 14 Absatz 2 Satz 2 der Geschäftsordnung des Rates verzichtet, da es eine offensichtliche Mehrheit für die Ablehnung Vorlage gegeben hat.

Reduzieren

Beratungsinhalt:

 

Oberbürgermeisterin Kalisch macht deutlich, dass sich der Rat lange mit dem Thema beschäftigt und verschiedene Varianten geprüft habe. Nun brauche es eine Entscheidung, wenn man die Fördermittel nicht verlieren wolle. Die für die beiden vorgelegten Varianten aufzubringenden Eigenmittel seien gut angelegt. Es gehe um die Atrakktivität der Innenstadt. Nach der Umsetzung würde auch der Parksuchverkehr geringer, was zur Entlastung für die Anlieger führe und gut für den Klimaschutz sei.

 

Ratsherr Schultz erinnert daran, dass es für den Marienplatz eine Arbeitsgruppe gegeben habe, um zu einer guten Lösung zu kommen. Nun sei ein Beschluss zu fassen, um die Fördermittel überhaupt zu bekommen. Es sei aber nicht sicher, ob nach der Entscheidung die Förderung bewilligt würden. Die Stadt habe das Geld nicht, um die Maßnahme umzusetzen. Die Mittel für zahlreiche Wünsche seien nicht vorhaben, daher könne man nicht zustimmen.

 

Ratsherr Grimm beschreibt den Marienplatz als Mobilitätszentrale für Alle. Es gebe Abstellplätze für Fahrräder, Lastenräder, Elektrofahrzeuge, Pkws sowie Pkws für in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen. Auch wenn man einen Zuschuss bekommen könnte, müsse man sich fragen, woher der Restbetrag kommen solle. Es sei evtl besser, die Bäume zu schützen, statt einen Platz, der begrünt sei, umzugestalten. Das Thema sollte dem nächsten Rat vorbehalten bleiben.

 

Ratsherr Kohlstedt geht darauf ein, dass sich die Dringlichkeit der Entscheidung ergebe, weil die NBank eine Erklärung benötige. Der Rat habe sich mehrfach mit dem Platz beschäftigt und ihn von der Prioritätenliste genommen. Die Mittel seien nicht vorhanden oder könnten an anderer Stelle eingesetzt werden. Es könne ein neues Förderprogramm abgewartet werden. Der Marienplatz sei durch die Oberfläche gut geschützt. Ein Gutachten rate von einer Entsiegelung ab.

 

Ratsherr Blanck erinnert daran, dass die Probleme rund um den Marienplatz seit Jahren bekannt seien. Der Platz sei ein Magnet für den Parksuchverkehr. Man wolle eigentlich eine atrakktive Innenstadt und einen angenehmen Erlebnisraum anstelle von Parksuchverkehren. Über die Gestaltung gebe es verschiedene Auffassungen, aber der Platz verdiene die Umgestaltung. Man sollte das Geld in die Hand nehmen, um den Platz aufzuwerten. Das sei ein Mehrgewinn für die Stadt.

 

Ratsfrau Redenius ergänzt, dass umfangreiche Beteiligungsverfahren durchgeführt worden seien. Sie könne nicht verstehen, warum die zugesagten Fördermittel nicht genutzt würden. Die Eigenmittel könnten eingeplant werden. Der Marienplatz wäre ein konsumfreier Ort, an dem auch Kinder spielen könnten. Ein Kompromiss für den Marienplatz liege vor, so dass es unverständlich sei, warum sich der Rat gegen die Umsetzung ausspreche.

 

Ratsherr Heerbeck macht deutlich, dass nach seiner Wahrnehmung weniger Bürger:innen an der Umgestaltung interessiert seien, als man denke. Es sei kaum eine leidenschaftliche Fürsprache für eine Umgestaltung zu finden. Der Platz sei gut genutzt.

 

Ratsherr Soldan veranschaulicht, dass nur die Fraktion Die Grünen sich die Fördermittel nicht entgehen lassen und den Platz umbauen wollen würden. Nachhaltigkeit stehe aber auch für solide Finanzen, damit junge Leute ihre Zukunft selbst gestalten könnten. Die Mittel sollten eher in Bildung investiert werden.

 

Rtsfrau Dr. Dartenne erwidert, dass nicht zu investieren keine Alternative sei. Der Marienplatz sei ein großes Thema, für deren Umgestaltung es Kompromisse gebe. Sie werde häufiger gefragt, wann mit der Umgestaltung begonnen werde. Hier könne eine schöne konsumfreie Fläche entstehen. Sie sehe es, dass man das hinbekommen könne.

 

Oberbürgermeisterin Kalisch geht abschließend auf die Diskussion zur Stärkung und Atrakktivitätssteigerung der Innenstadt ein. Eine Umgestaltung sei nachhaltig, egal ob am Marienplatz oder Kreideberg.