20.04.2026 - 6 Masterplan IGS Kreideberg

Beschluss:
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Beschluss:

 

Der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung empfiehlt dem Rat der Hansestadt Lüneburg einstimmig, folgenden Beschluss zu fassen:

 

  1. Auf Grundlage des vorgestellten Masterplans für den Standort IGS Kreideberg wird die Verwaltung beauftragt, die Variante 2 „Neubau einer Campus-Schule“ (Errichtung eines neuen Schulcampus für die IGS auf dem heutigen Sportplatz mit anschließendem Rückbau des Bestandsgebäudes) weiterzuverfolgen. Die Verwaltung wird beauftragt, hierfür ein konkretisiertes Raumprogramm zu erarbeiten, die planerischen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen zu vertiefen, erste Planungsleistungen einzuleiten sowie die Abstimmungen mit dem Landkreis Lüneburg (Kreisschulbaukasse) sowie weiteren Zuwendungsgebern aufzunehmen. Dabei sind Synergieeffekte zwischen dem Schulstandort Grundschule und IGS zu prüfen. 
  2. Die für die weiteren Planungsschritte sowie die spätere Umsetzung erforderlichen Haushaltsmittel sind im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung und Finanzplanung zur Beratung einzubringen.
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Abstimmungsergebnis:

 

Zustimmung: 9

Ablehnung: 0

Enthaltung: 0

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Beratungsinhalt:

 

Frau Lucht stellt den Masterplan für den Standort IGS Kreideberg anhand der beigefügten Präsentation vor. Eingangs wird die historische Entwicklung des Stadtteils Kreideberg als in den 1960er- und 1970er-Jahren entstandenes Wohnquartier mit zentraler sozialer Infrastruktur erläutert. Das Schulzentrum habe dabei von Beginn an eine wichtige Funktion für den Stadtteil übernommen und solle künftig noch stärker als Bestandteil der Quartiersentwicklung gedacht werden. Ziel sei es, Schule stärker mit dem Quartier zu vernetzen und den Standort als offenen Lern-, Aufenthalts- und Begegnungsort weiterzuentwickeln.

 

Weiter wird dargestellt, dass sich die Anforderungen an Schulstandorte seit Errichtung des Gebäudebestandes grundlegend verändert hätten. Neben veränderten pädagogischen Anforderungen spielten insbesondere Ganztagsangebote, Inklusion, Differenzierungsflächen, moderne Lernformen sowie die steigende Bedeutung von Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit eine wesentliche Rolle.

 

Zur Entwicklung der Schule wird ausgeführt, dass die IGS Kreideberg seit ihrer Einführung durchgehend fünfzügig geführt werde und aufgrund der genehmigten gymnasialen Oberstufe einen deutlichen Nachfrageanstieg verzeichne. Zum aktuellen Schuljahr habe erstmals ein Losverfahren durchgeführt werden müssen, da mehr Anmeldungen als verfügbare Schulplätze vorgelegen hätten. Perspektivisch werde mit einer Schulgröße vergleichbar zur IGS Lüneburg mit rund 1.100 Schüler:innen gerechnet. Parallel steige auch die Anzahl der Lehrkräfte deutlich an. Bereits heute seien die vorhandenen Lehrerarbeitsbereiche räumlich überlastet.

 

Darüber hinaus wird erläutert, dass mit der Umwandlung der ehemaligen Christianischule in eine integrierte Gesamtschule ein deutlich höherer Raumbedarf verbunden sei. Dies betreffe insbesondere zusätzliche Differenzierungs- und Gruppenräume, Flächen für Ganztagsangebote sowie die Anforderungen der gymnasialen Oberstufe und des Kurssystems. Bereits heute bestehe ein räumliches Defizit. Auch die vorhandene Mensa sowie die Sporthallenkapazitäten seien nicht mehr ausreichend. Teilweise müsse bereits auf externe Sportflächen ausgewichen werden.

 

Zum baulichen Zustand des Bestandsgebäudes wird ausgeführt, dass erhebliche Defizite unter anderem in den Bereichen Elektrotechnik, Barrierefreiheit, Wärmeversorgung und Sanitäranlagen bestünden. Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass der Schulbetrieb trotz der baulichen Herausforderungen derzeit engagiert und erfolgreich durchgeführt werde.

 

Anschließend werden zwei Entwicklungsvarianten vorgestellt.

Die erste Variante sieht eine abschnittsweise Sanierung im Bestand vor. Hierfür wären umfangreiche Interimslösungen erforderlich, unter anderem für Unterricht, Verwaltung, Fachräume und Mensa. Die Bauzeit würde sich voraussichtlich bis zum Jahr 2044 erstrecken. Die Kosten werden derzeit auf rund 104 Mio. € geschätzt. Trotz umfassender Maßnahmen würden die strukturellen Einschränkungen des Bestands teilweise bestehen bleiben. Zudem würde die Sanierung im laufenden Schulbetrieb erhebliche Belastungen für den Schulalltag mit sich bringen.

 

Die zweite Variante sieht den Neubau einer Campus-Schule auf dem heutigen Sportplatz vor, verbunden mit einem anschließenden Rückbau des Bestandsgebäudes und der Neuordnung der Freiflächen. Dadurch könnte ein zusammenhängender, bedarfsgerechter und ökologisch ausgerichteter Schulcampus entwickelt werden. Die Kosten werden derzeit auf rund 98 Mio. € geschätzt, also in einem ähnlichen Kostenrahmen. Fördermöglichkeiten sowie eine Beteiligung des Landkreises Lüneburg seien im weiteren Verfahren zu prüfen.

 

Ratsfrau John spricht sich für Variante 2 aus und fragt, ob im derzeit im Bau befindlichen Oberstufenzentrum ein Aufzug vorgesehen ist.

 

Frau Lucht bestätigt, dass die Barrierefreiheit, unter anderem mit einem Aufzug, berücksichtigt sei.

 

Ratsherr Soldan regt an für die Umsetzung des Masterplans Fördermöglichkeiten als Stadtteilzentrum zu prüfen und betont, dass ein Neubau pädagogisch sinnvoller sei. Es gebe bereits jetzt im Gebäude zu wenig Räume. Er fragt nach der Möglichkeit den Bau als PPP-Projekt umzusetzen.

 

Frau Lucht erklärt, dass die Möglichkeit geprüft werde, jedoch hier bei einem komplexen und funktional gemischten Schulgebäude die Erstellung der Leistungsbeschreibung sehr aufwändig und schwierig sei.

Aktuell zeige sich beim PPP-Projekt zum Neubau einer Feuerwache, dass die Erstellung der funktionalen Leistungsbeschreibung den Detaillierungsgrad einer Ausführungsplanung haben sollte, um spätere kostenintensive Nachteile zu vermeiden. Da dies bei komplexen Bauvorhaben zum Zeitpunkt der Ausschreibung noch nicht möglich ist, ist je nach Gebäudeart genau abzuwägen, welche Realisierungsvariante die wirtschaftlichste ist.

 

Ratsherr Heerbeck unterstützt den Neubau. Er kritisiert die lange Bauzeit und fragt nach Synergiemöglichkeiten mit der Grundschule.

Frau Lucht bestätigt, dass Gespräche mit der Grundschule stattfinden würden. Eine Verkürzung der Bauzeit würde zu Kostensteigerungen führen. Derzeit werde eine lange Planungsphase berücksichtigt.

 

Ratsherr Grimm unterstützt ebenfalls Variante 2 und hinterfragt die lange Bauzeit.

 

Frau Lucht erklärt, dass bei beiden Varianten eine sukzessive Inbetriebnahme möglich ist. Eine umfassende Planungsphase vorab sei notwendig. Derzeit seien noch keine Mittel im Haushalt vorgesehen.

 

Ratsherr Kohlstedt kritisiert die Vorlage. Die Kostenkalkulation vermittle eine Scheingenauigkeit und die Planungszeit sei zu lang. Für eine Entscheidung benötige er belastbare Unterlagen. Zudem sieht er die Beauftragung von Living Circles kritisch. Er bevorzuge dennoch einen Neubau.

 

Frau Lucht entgegnet, dass hinter den Zahlen umfassende Kalkulationen stünden, diese jedoch zum einen sehr komplex sind und zum anderen auf dem jetzigen Raumprogramm basieren. Hier kann es noch zu Veränderungen kommen. Die Beauftragung von Living Circles habe lediglich dazu gedient, eine externe Perspektive mit pädagogischem Hintergrund einzubeziehen. Die Beauftragung habe unterhalb von 5.000 € gelegen.

 

Ratsfrau Dartenne lobt den Masterplan. Die pädagogische Perspektive von Living Circles sei sinnvoll.

 

Frau Lucht erklärt, dass eine umfassende Beteiligung der Schulen im weiteren Verfahren noch erfolgen werde.

 

Ratsherr Neumann stimmt den Ausführungen von Ratsherrn Heerbeck zu. Die Bauzeit müsse verkürzt werden und die Kostengenauigkeit sei schwierig einzuschätzen.

 

Ratsherr Soldan betont, dass sich die Elternschaft für einen Neubau ausspreche. Eine schnellere Umsetzung würde die Unsicherheit bei der Kostenkalkulation reduzieren. Entscheidend sei, dass die Schüler:innen zeitnah profitieren würden. Er weist darauf hin, dass Bauabschnitte gegebenenfalls parallel umgesetzt werden könnten. Eine gute Planung sei hierfür wesentlich. Zudem erinnert er an die gemeinsame Schulbesichtigung, bei der sich viele Beteiligte für eine zügige Umsetzung ausgesprochen hätten.

 

Ratsfrau Lotze fragt nach dem Umgang mit Baupreissteigerungen und möglichen Förderquoten. Zudem kritisiert sie die Beauftragung von Living Circles.

 

Frau Lucht erläutert, dass Baupreissteigerungen bereits teilweise berücksichtigt seien und die Förderquote vom jeweiligen Förderprogramm und z.B. vom angestrebten energetischen Standard abhänge. Gespräche mit Fördermittelgebern seien hierzu erforderlich. Sie betont erneut, dass weder der Masterplan noch die gezeigten Konzeptskizzen von Living Circles stamme. Das Büro habe lediglich aus pädagopädagogischer Sicht eingeordnet, ob eine Umsetzung im Bestand möglich ist oder ob ein Neubau deutlich weitergehende Potentiale eröffnen könnte in Bezug auf veränderte Lernwelten.

 

Herr Meyer begrüßt die vorgestellte Entwicklung und empfiehlt die Weiterverfolgung der Variante 2.

 

Ratsherr Grimm führt aus, dass die auf die Jahre heruntergerechneten Kosten grundsätzlich vertretbar erschienen. Die Bauzeit sollte unter anderem durch parallele Bauabläufe verkürzt werden. Für das Vorhaben sollten bereits Mittel im Haushalt 2027 berücksichtigt werden.

 

Ratsfrau Kabasci schließt sich den Ausführungen von Ratsherrn Grimm überwiegend an.

 

Vorsitzender, Ratsherr Gros, bittet darum, auch Aspekte der grauen Energie zu berücksichtigen, da der Rohbau den größten Teil der verbrauchten Energie bei der Erstellung eines Gebäudes ausmacht und hinterfragt den deutlichen Unterschied zwischen den Bauzeiten der beiden Varianten.

 

Ergänzung:

Bei dem Umbau und der Sanierung der Bestandsgebäude können die Arbeiten nur abschnittsweise erfolgen. Zudem müssen besondere Sicherheits- und Lärmschutzmaßnahmen eingehalten werden, damit ein paralleler Schulbetrieb noch möglich ist. Der Neubau hingegen muss nicht so stark Rücksicht auf den laufenden Betrieb nehmen.

 

Ratsherr Soldan kritisiert abschließend, dass der Rat in seiner nächsten Sitzung noch keine abschließende Entscheidung treffen werde, obwohl das Thema dringlich sei. Am 07.05.2026 werde der Masterplan im Schulausschuss vorberaten. Erst danach erfolgt die Behandlung im Verwaltungsausschuss und Rat.

 

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Anlagen zur Vorlage

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